Alte Werft.Neue Ideen

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1 LEITKONZEPTE

DIE WERFT BLEIBT DIE WERFT!*  (…UND WIRD DOCH NEU**)

* Umschlagplatz und Produktionsort, großmaßstäblich, rau und ungeschliffen, bodenständig und weltoffen

**Produktionsort von Wissen; Raum für Kreativität, nachhaltig und innovativ, technologisch auf der Höhe der Zeit

2 STÄDTEBAULICHE STRATEGIE

Werftareal mit Werftgebäuden: Charakter erhalten, Gebäude in neue Nutzungen einbinden

WERFTSTADT und SIEDLUNGSSAUM: Im Kerngebiet (Werftstadt) Konzentration von städtischen Funktionen und größeren Volumen. Der Siedlungssaum orientiert sich typologisch an der ehemaligen Werftkolonie.

Baufelder aus Bestand entwickeln: Die Straßen und Freiräume werden aus dem Bestand heraus entwickelt.

Funktionale Zonierung: Bestandsgebäude werden zu Cluster zusammengefasst und entsprechend ihres Potentials mit Neubauten ergänzt. Bildungscluster, Kreativcluster, Geschäftscluster und Kulturcluster liegen alle am Werftforum, dem zentralen Freiraum in der Werftstadt.

3 FREIRAUMSTRATEGIE

Werft im Auwald: Die Werft Korneuburgs wurde im Donauauwald errichtet und stellt heute den Auftakt des Auwalds am östlichen Donauufer dar.

Auwald hereinholen: Bestehende Auwaldfragmente werden erhalten in Zukunft gestärkt und als prägendes Freiraumelement der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (Auwald als Park). Neue Wohnquartiere werden mit dem Auwald verwoben.

Gemeinschaftliche Freiräume / Wohnhöfe: Höfe als Treffpunkt für die Bewohner mit Grünflächen, Pflanzungen, Erschließung, Kinderspiel und gemeinschaftlichen Einrichtungen im Erdgeschoss.

Im Bereich Auwaldwohnen wird die Auenvegetation in den Gemeinschaftsbereichen fortgesetzt und wird zum Garten. Private Terrassen/Gärten, Spielflächen, Wasserretention/ Versickerung, Schwemmland als Wiesenhügel sind die Gestaltungselemente.

Öffentliche Freiräume: Zugänglichkeit zum Wasser sicherstellen (Werftpromenade als Rundweg), Inselspitz als öffentlicher Park. Werftforum aktivieren.

Platz am Werftforum: Die Freiräume des historischen Zentrums der Werft bleiben der Öffentlichkeit erhalten. Sie bilden auch in Zukunft das Zentrum des Quartiers. Die Hallen und die davor liegenden Freiflächen werden für Veranstaltungen genutzt.

Historische Slipanlage: Das Werftbad bleibt als wichtiger Anziehungspunkt im öffentlichen Freiraum erhalten. Terrasse und Schwimmsteg ergänzen das Freizeitangebot.

Baumplatz am Werftmuseum: Das schattenspendende Baumpaket gliedert den Raum und schafft Aufenthaltsbereiche für wartende Besucher am Schiffsanleger bzw. Museum, besonders im Sommer.

Werftpromenade: Eine Fußgängerpromenade rund um das Werftbecken ermöglicht auf unterschiedlichen Niveaus den direkten Kontakt zum Wasser. Das Ufer bleibt durchgehend öffentlich zugänglich und ist mit den umliegenden Werftbereichen und dem Auwald verknüpft. Bestehende naturnahe Uferbereiche werden erhalten und durch Stege erschlossen und stehen im Kontrast zur geraden Kante entlang der Bebauung.

 

Park am Inselspitz: Der Halbinselspitz mit seinen atemberaubenden Blicken auf Donauufer, Werftzentrum und Skyline der Stadt Wien wird, unter behutsamer Einbeziehung der vorgefundenen Fragmente des Auwalds, zur öffentlich zugänglichen Parkanlage. Freizeitnutzung und Erholung stehen im Mittelpunkt.

4 ZIRKULATION

Zirkulation meint mehr als Erschließung. Zirkulation meint leichte, attraktive und flüssige Verbindungen von der gewachsenen Stadt zum zukünftigen Stadtquartier an der Donau. Unser Konzept begreift die beiden Trassen (Gleisanlage und Autobahntrasse) nicht nur als Barrieren, sondern auch als für die Stadt  wichtige  Infrastrukturelemente, die zur dynamischen Entwicklung Korneuburgs wesentlich beitragen. Die Barrierewirkung kann zu einem Teil auch im Kopf der Bevölkerung abgebaut werden, jedenfalls aber durch Aufwertung und Attraktivierung des Werft-Weges.

Der Werft-Weg, die Hauptschlagader Kor-NEU-burgs, soll attraktiviert und aufgewertet werden. Ein By-Pass durch den Damm der A2 stellt eine Kurzverbindung vom Bahnhof ins Werftforum her.

5 SPIELRÄUME UND REGELN

Neben den Regeln, die die Bebaubarkeit von Bauplätzen beschreiben, braucht es auch Spielräume um auf künftige Entwicklungen reagieren zu können. Die Baufelder im Kerngebiet (Werftstadt) werden daher durch Widmungshüllen definiert, innerhalb derer die Bebauung bis zu einer BGF Obergrenze frei gestaltbar sein soll.

Bezeichnung
Entwicklung des Werftareals in Korneuburg.
Jahr
2016
Ort
Korneuburg, A
Funktionen
Städtebau, gemischte Nutzung (ca. 170.000 m2 BGF)
Verfahren
Wettbewerblicher Dialog mit vorangestelltem Auswahlverfahren
Landschaftsplanung
Latz + Partner
-
Ergebnis
2. Platz