Waterfront Erdberger Lände

Wettbewerb 2009, 1. Preis (mit Regina Freimüller-Söllinger)Wettbewerb 2009, 1. Preis (mit Regina Freimüller-Söllinger)

 

1. Städtebauliche Strategie: vorhandenes Wegenetz weiterknüpfen, die dadurch entstehenden Baufelder auffüllen, Stadtkante ausbilden, Transformieren und Anpassen
2. Bebauungsstruktur
Der Gründerzeitblock des 19. Jahrhunderts stellt das Grundmuster des bestehenden Stadtquartiers dar. Auf diesem Grundmuster aufbauend soll ein transformierter Bautypus eingeführt werden, der die urbanen Qualitäten des Gründerzeitblocks (Verdichtung – Orientierung – Stadt der kurzen Wege) überführt in einen neuen Typus:

Der aufgelöste Block
- Öffnen des Blocks nach Süden (Maximierung der Sonnenstunden) und Umschichten der Baumassen nach Norden
- Visuelle Durchlässigkeit: Blickbeziehungen zum öffentlichen Raum
- Raumbildung: trotz Fragmentierung der Grundform bleiben die raumbildenden Ecken und Kanten erhalten
- Zonierung der Freiräume durch Schaffung von Übergangsbereichen von öffentlich zu privat.
3. Öffentlicher Raum
Das Planungsgebiet ist Teil eines urban geprägten Quartiers. Die neuen Straßen und Wege, sowie der neue Waterfront-Park, sollen daher ihrem Charakter und ihrer Gestaltung nach öffentlich und städtisch sein. Die Baublocks erzeugen jeweils an Ihrer aufgelösten Südseite Zwischenbereiche, welche halböffentlichen Charakter haben und den Straßenraum mit dem privaten (gemeinschaftlichen)  Innenhof visuell verbinden.
Individuelle und private Freiräume sind in Form von Loggien bzw. Schrebergärten auf den Dächern  situiert.
4. Erschließung, Durchwegung
Die bestehenden Straßen, die jetzt an das Areal anlaufen, sollen räumlich zum Donaukanal verlängert werden.  Sie sind als „shared spaces“ angedacht und werden  jedenfalls als Stichstraßen von der Erdberger Lände her geführt. Eine zusätzlicher Längsdurchwegung („Quartiers-Promenade“) wird parallel zur Krümmung der Lände um eine Blocktiefe versetzt geführt. In einer möglichen Endausbaustufe führt sie durch das Henkel-Areal und mündet direkt in die Geusaugasse.
Die Erdberger Lände selbst soll offensiv aufgewertet und urbanisiert werden:
die Bebauungskante wird um 5m abgerückt um einer 2. Baumreihe Platz zu machen.
Die größere Distanz, die 2. Baumreihe und attraktive Erdgeschoß-Nutzungen  sowie insbesondere die Verlangsamung des Verkehrs an der Lände (ampelgeregelte Übergänge) sollen aus der Verkehrsschneise einen urbanen und attraktiven Boulevard mit direktem Zugang zum Wasser machen.